Mein liebster Feind

Vieles was normalerweise hilft, hilft nicht, wenn es den liebsten Feind oder die liebste Feindin im Büro betrifft. So hat zum Beispiel auch die wochenlange Beziehungspause aufgrund von Corona nichts an der gegenseitigen Abneigung geändert. Kaum sieht man sich wieder, kehrt die ganze Palette negativer Gefühle mit voller Wucht zurück, ganz so als sei keine Zeit vergangen. 

Raus aus dem Teufelskreis

In Wirklichkeit ist es das persönliche Feindbild, das der oder die „Auserwählte“ meist klischeehaft erfüllt. Ähnlich wie eine Liebesbeziehung spielt sich dieser große Konflikt nicht auf der Verstandesebene ab, sondern auf der persönlichen Gefühlsebene und umfasst die ganze Person. Nicht nur unsere großen Lieben erkennen wir oft auf den ersten Blick, gleiches gilt für unsere liebsten Feinde. Wir sind uns von Anfang an unsympathisch. Jede Handlung und jede Geste bestätigen unser Feindbild vom ersten Tag weg und dann immer wieder aufs Neue.

Geben Sie Ihrem liebsten Feind oder Ihrer liebsten Feindin eine „erste“ Chance. Springen Sie über Ihren eigenen Schatten und starten Sie den Versuch sich in Ihr Gegenüber hineinzuversetzen. Wenn Sie ehrlich zu sich selber sind, hatten Sie das Feindbild nämlich bevor Sie den jetzigen Kollegen oder die Kollegin kennengelernt haben.

Den ersten Schritt machen

Es reicht aber nicht aus, nur den eigenen Blick zu verändern, auch das eigene Verhalten bedarf einer Kurskorrektur. Dabei ist es wichtig, sich die nötige Zeit zu lassen. Was jahrelang eingespielt ist, kann nicht von einem Tag auf den anderen grundlegend anders werden. Angebracht ist vielmehr ein schrittweises Zugehen, bei dem man sich selbst nicht überfordert.

Vielleicht ist ja im nächsten Meeting zufällig noch ein Platz neben der ungeliebten Person frei? Fragen Sie nach, zeigen Sie echtes Interesse und probieren Sie langsam den Menschen näher kennenzulernen. Entdecken Sie dabei Dinge, die nicht ins Bild passen. War da vielleicht ein Lächeln oder ein freundliches Wort? Nehmen Sie diesen Ball auf und spielen Sie ihn zurück.

Probieren Sie anzusprechen, wenn Ihre Grenzen in einer aktuellen Situation gerade wieder überschritten wurden. Wichtig ist es das möglichst direkt, aber ruhig und gelassen zu tun. Nur so haben Ihr inneres Feindbild und damit Ihr Ärger keine Chance größer zu werden. Wer es schafft auf seine liebsten Feinde zuzugehen, tut sich selbst etwas Gutes, erspart sich die eigenen negativen Emotionen und langfristig viele belastende Situationen.

Wem es schwer fällt die richtigen Worte zu finden und ruhig zu bleiben, kann hier weiterlesen: 
Besser Streiten – 5 Tipps, wie Sie Ihre Nerven schonen!

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